Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mo. 23.03.20
Und danach?
Dietmar Meyer
Und danach?

Und wenn es dann alles überwunden ist - die Krise Schnee von gestern ist, die Gestorbenen begraben und der Schreck und erste Schmerz überwunden, wenn meine Abwehrkräfte gereicht haben und die der meisten anderen auch, wenn die kraftvollen Entscheidungen der Politik sich als richtig herausgestellt haben und die Medizin tolle Leistungen vollbracht hat, wenn vielleicht sogar ein Mittel gefunden ist, das hilft und geholfen hat, dann  - ja, was dann?

Weiter wie früher – zurück ins alte oder weiter im neuen Leben?

Das Leben steht still, sagen viele. Aber steht das Leben jetzt wirklich still oder kommt es überhaupt jetzt erst richtig in Gang, jetzt, wo alles still wird? 

Ruhe. Aufhören zu meinen, dass man immer tun muss. Und unterwegs sein muss. Und feiern muss. Und konsumieren muss. Aufhören damit. Ruhe. Das muss man auch aushalten lernen.

Will ich, wenn alles vorbei ist, wirklich wieder die übervolle Bundesstraße wochentags zurück,  Autos, LKWs dicht an dicht, so dass man ohne Ampel nicht herüber kommt? Will ich wieder im Stau stehen? Will ich wirklich wieder unzählige Flugzeuge über mir in der Luft? Will ich wirklich wieder das alte Gefühl zurück, immer hinterherzuhängen und nicht nachzukommen? Will ich wirklich wieder so viel verbrauchen und haben wie früher?  Will ich wirklich wieder die Sorge zurück, etwas Wichtiges zu verpassen und auf jeder Feier dabei sein? Will ich wirklich wieder den vollen Terminkalender zurück, an dem ich meine Bedeutung ablese?

Jetzt wird enttarnt, was Schaum war und auch, was Substanz hat. Und es war viel Schaum. Und eines steht fest: Schaumschlagen ist äußerst anstrengend - gewesen. Man braucht weniger, viel weniger zum Leben, als man meint. Und es zeigt sich ganz nebenbei, dass die Erde tatsächlich aufatmet, die Luft sauber wird, das Meer klar, weil jetzt nur noch das Wichtige zählt und getan wird?.

Dietmar Meyer

 

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Dietmar Meyer

Dietmar
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So. 15.03.20
Blickwechsel
Ralf Altebockwinkel
Blickwechsel

Corona! Darüber musst du jetzt schreiben. Nein. Sind nicht eigentlich die Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze ein viel wichtigeres Thema? Beides erhitzt doch gerade die Gemüter und setzt starke Emotionen, auch Ängste frei. Und auch Kirche hat dazu was zu sagen, oder? Worüber, Jesus, soll ich schreiben?

„Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Ernsthaft, Jesus? Über Vögel soll ich schreiben? Na gut. Wenn du meinst… Vögel. Haben Sie es schon gemerkt? Sie sind wieder da. Die vielen Singvögel, die frühmorgens ihr Konzert anstimmen. Die sich des Lebens freuen und voller Leichtigkeit ihrem Tagewerk nachgehen. Futtersuche, Partnersuche, Nestbau… es gibt immer etwas Sinnvolles zu tun. Nur eines, das können Vögel nicht: sich sorgen um Morgen.

Tut irgendwie gut. Danke, Jesus. Danke für den Blickwechsel. Weg von meinen Sorgen, hin zur Leichtigkeit der Vögel. Wie befreiend! Befreiend, weil ich endlich wieder sehe, was gerade wunderbares um mich herum passiert: Der Frühling ist wieder da! Befreiend, weil ich doch auch so viel Sinnvolles tun kann: regelmäßig Händewaschen, meinen syrischen Nachbarn zum Teetrinken einladen, meinen Dauerauftrag bei „Ärzte ohne Grenzen“ aufstocken…

Mein Leben wird sich dadurch nicht verlängern, aber es gibt vieles, was ich heute tun kann, anstatt mich um Morgen zu sorgen.

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Fr. 13.03.20
Was Ostern aus uns macht
Ralf Altebockwinkel
Was Ostern aus uns macht

Was Ostern aus uns macht

„Aber wir haben doch gar nicht Ostern“, protestiert die junge Dame aus der Familienkirche. Stimmt. Ostern ist noch lange nicht, und trotzdem: Diese große Kerze heißt nun mal so: „Osterkerze“. Und die brennt nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über, immer wenn wir Gottesdienst feiern.

Als Jugendlicher hatte mich schonmal ähnliche Verwunderung ergriffen, als ich eine Woche in der französischen Kommunität Taizé verbrachte. „Hier feiern wir jeden Sonntag Ostern“, erzählte uns einer der Brüder fröhlich – und in der Tat: jeden Sonntag feiern die Menschen in Taizé die Auferstehung Jesu mit Kerzen, die mit dem Feuer der Osterkerze nach und nach entzündet werden und dann die ganze Kirche mit Wärme und Licht erfüllen.

Wer genau hinschaut, der sieht auch bei uns, was in Taizé offensichtlich ist: Ostern begleitet uns Christen das ganze Jahr über. Immer wieder gibt es kleine Erinnerungen daran: neben der Osterkerze auch das „Auferstehung der Toten“ im Glaubensbekenntnis oder der österliche Halleluja Gesang nach den Lesungen. All diese Ostererinnerungen haben ein Ziel: Ostern soll uns auch innerlich, an jedem Tag des Jahres, ein treuer Begleiter werden. Ostern ist viel mehr als nur ein weiterer Feiertag im Kalender: Es hat die Kraft, unser Leben zu verändern.

Die Frage unseres aktuellen Gemeindebriefs lautet: „Was macht Ostern aus?“ Ich möchte diese Frage noch um ein Wörtchen erweitern: „Was macht Ostern aus uns?“ Ostern will aus uns österliche Menschen machen! Menschen, die auch bei Rückschlägen einen Halt haben, weil sie an Auferstehung glauben – am Ende des Lebens und schon mitten drin. Die voller Gewissheit sagen können: so wie auf Karfreitag Ostersonntag folgt, so folgt auf den Tod die Auferstehung, auf das Scheitern das Gelingen, auf Trauer Freude – und auf schwarz-weiß folgt bunt.

Du sagst: „Meine Situation wird sich eh nicht verändern.“ – Ostern spricht dir zu: „Es gibt Dinge, die du ändern kannst, denn Gott ist bei dir!“ Du sagst: „Mit diesem  Menschen werde ich immer in Feindschaft sein.“ – Ostern spricht dir zu: „Gott hat dir vergeben – vergib doch auch du!“ Du sagst: „Gefangen in meiner Trauer werde ich keine Freude mehr haben.“ – Ostern spricht dir zu: „Wir haben einen Gott, der die Tränen trocknet und die Gefangenen befreit!“

Möge Ostern aus uns Menschen machen, die entgegen allem Dunklen hoffen und vertrauen. Zu österlichen Menschen, die sich nicht nur am Osterfest an der Auferstehung Jesu freuen, sondern deren ganzes Leben getragen ist von der Hoffnung auf Auferstehung.

Pastor Ralf Altebockwinkel

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So. 16.02.20
Im Licht gehen
Alexa Wilke
Im Licht gehen

Wann ist es endlich richtig hell? Eine echte Februarfrage. Tag um Tag wird es heller – und doch – es fehlt noch eine Menge bis zum Wohlbefinden. Einer erzählt: „Mir ist neulich was aufgefallen. Beim Autofahren. Vor mir das Auto – da hat das linke Rücklicht nicht funktioniert. Als er abgebogen ist, bin ich hinterher. Ich hab ihm das gesagt mit dem Rücklicht. Der hat sich ganz nett bedankt. Dann fahre ich weiter und keine fünf Minuten später schon wieder: Diesmal hat der vor mir seine Nebelschlussleuchte an. Das war vielleicht anstrengend, der hat so geblendet. Ich war total froh, als ich die Ausfahrt nehmen konnte und nicht mehr in dieses grelle Licht reinschauen musste.“ Der Freund hält inne: „Ich habe da nachher noch drüber nachgedacht. Die anderen Lichter waren alle heile. Also das andere Rücklicht, Bremslicht und Blinker – aber ich habe die ganze Zeit nur auf das dunkle und auf das zu grelle Licht gestarrt.“

Licht. Hier zu wenig. Da zu viel. Nicht nur beim Autofahren. „Nicht wirklich helle“, sagt einer über einen und zuckt grinsend die Schultern. „Immer nur GlitzerGlitzerblingbling“, ahmt eine genervt die Bekannte nach, die ihr irgendwie zu grell ist. Und – wieviel Licht sehe ich? Hier zu wenig, zu leise, zu langsam. Da zu schrill, zu laut, zu viel. Wirklich. Oder? Wenn es mit uns ist, wie mit den Autos? Also, dass ich immer nur auf die kaputten Lichter schaue und den Rest komplett aus dem Blick verliere? Wann ist es eigentlich richtig hell? Wenn einer das gute Licht erkennt, das auch da ist neben dem kaputten Rücklicht und hinter dem grellen Strahler. Vielleicht ist ja das gemeint, wenn Jesaja sagt, „lasst uns im Licht wandeln“ (Jesaja 2,5)?

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Alexa Wilke

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Mo. 03.02.20
Die Zeit läuft
Haike Gleede
Die Zeit läuft

„Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ – sagt ein Sprichwort oder auch:

„Der Mensch dachte und Gott lachte.“

Das neue Jahr läuft. Die Planungen auch. Der Terminkalender füllt sich.

Der Januar ist schon vorbei. Der zweite Monat geht seinen Gang. Die Zeit läuft.

An vielen Stellen zeichnen sich Veränderungen ab. Umbrüche, Abbrüche und Aufbrüche wecken uns aus dem normalen Trott.

Aber mancher Umbruch fällt schwer – Altes, Vertrautes zurückzulassen, das ist nicht so einfach. Da blickt mancher doch wehmütig zurück auf jahrzehntelanges Engagement. Und nun ist keiner da, der diese Arbeit weiterführt.

Gut, wer dankbar zurückblickt und loslassen kann.

Nichts bleibt wie es ist. Alles hat seine Zeit. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue und zeigt ungeahnte Wege.

Andere freuen sich auf die anstehende Veränderung. Nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung anfangen, studieren, das Leben selbst in die Hand nehmen. Das ist spannend. Wohin wird der Weg führen?

Noch ist das Jahr jung. Wer weiß, was es noch bringen wird.

In der Bibel steht ein weiser Spruch, den ich mir zu Herzen nehme:

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16, 9)

Das macht mir Mut. Es erinnert mich daran, dass ich nicht allein darüber entscheide, wie mein Leben weitergeht. Gott hat auch einen Plan für mich und einen Weg, den ich noch nicht kenne. Er verspricht zwar nicht, dass der Weg immer leicht zu begehen ist, aber er wird mich begleiten.

Und manchmal lohnt es sich, mal in sich zu gehen, auf Gottes Stimme zu lauschen und zu hören, wo er mich haben will.

 

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Fr. 27.12.19
Ich glaube, hilf meinem Unglauben
Dr. Hans Christian B…
Ich glaube, hilf meinem Unglauben

„Manchmal kann ich einfach nicht mehr glauben.“ Die Frau hat mir ihre Geschichte erzählt: Eine familiäre Krise. Dazu die Krebsdiagnose und die lange Therapie. Das hat zunehmend auch ihren Glauben, der ihr früher selbstverständlich war, in Frage gestellt. Jetzt sagt sie: „Manchmal kann ich einfach nicht mehr glauben.“ Lange reden wir über Glauben und Unglauben. Und darüber, dass beide zusammengehören.

Das Gespräch geht mir nach. Mir wird klar: Auch bei mir steht das Haus des Unglaubens nicht weit von der Kirche des Glaubens. Als aufgeklärter Mensch kenne ich immer auch den Gedanken, dass Gott nicht sein könnte, dass der Glaube in die Irre geht, dass ich bete, und keiner hört mich.

Diese Erfahrung ist nicht neu, es gibt sie nicht nur in der Moderne. Auch die Bibel kennt viele Beispiele für die Nachbarschaft von Glaube und Unglaube. Ein eindrückliches Beispiel  dafür ist die Jahreslosung  2020. Einen verzweifelten Ruf hören wir mit diesem Satz. Es ist der Schrei eines Vaters, der sein krankes Kind zu Jesus bringt. Dieses Kind ist seit seiner Geburt von einem „sprachlosen und tauben Geist“ befallen, es leidet wohl an Epilepsie. Lebensgefährdend. Der Vater bittet Jesus verzweifelt um Hilfe. Und schreit schließlich diesen Satz heraus: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Bei der Frage von Glaube und Unglaube geht es nicht um eine interessante Diskussion, um den intellektuellen Austausch von Argumenten. Es geht um die Frage, worauf ich mich verlassen kann im Leben, wenn es ernst wird, wo es Hilfe und Halt gibt in höchster Not.

Das beeindruckende an der Geschichte aus dem Markus-Evangelium, die vom Kampf des Vaters um sein Kind erzählt: Dieser Vater resigniert nicht. Er kämpft. Er bleibt dran. So wenig der Vater seinen Unglauben einfach durch seinen Glauben abschütteln kann, so wenig lässt er seinen Unglauben über seinen Glauben triumphieren. Und am Ende erfährt er Hilfe, indem Jesus sein Kind heilt.

Glaube und Unglaube sind immer nah beieinander. Menschen funktionieren nicht digital: 1 oder 0, ein oder aus. Auch der Glaube nicht. Glaube ist kein Besitz, den wir einmal erworben haben und der uns dann gehört. Glaube ist lebendig und daher Prüfungen und Anfechtungen unterworfen.

Der Glaube muss immer wieder errungen werden. Oder besser: Er muss immer wieder geschenkt werden. Unser Losungswort ist ja auch ein Gebet: „Hilf mir“. Und der Vater erfährt Hilfe. Darauf dürfen wir vertrauen: Wir stehen mit unserem Glauben und mit unserem Unglauben in Gottes Hand. Und dem Glauben gilt eine große Verheißung: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“, sagt Jesus zu dem Vater.

Ja, auch ich kenne den Zweifel. Aber in mir ist doch immer wieder das Gefühl stärker: Nein, ich traue der Bibel. Ich traue dem lebendigen Gott. Ich setze bewusst auf diese Karte. Und: Wir sind nicht ohne Hilfe, wenn es mal schwer wird zu glauben. Wir sind auch nicht allein. Wir brauchen die christliche Gemeinschaft, um zu glauben. Und manchmal muss auch der eine für den anderen glauben, wenn jemand es gerade nicht selbst kann.

Ein neues Kirchenlied sagt: „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr, fremd wie dein Name sind mir deine Wege … Ich möchte glauben, komm du mir entgegen.“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 382). „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihnen im Jahr 2020 auf Ihren Wegen entgegenkommt. Und dass Sie immer wieder gute Erfahrungen des Glaubens machen.

Ihr

Dr. Hans Christian Brandy, Landessuperintendent

 

 

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Dr. Hans Christian Brandy

Hans Christian
Brandy
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Stade
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So. 24.11.19
Bei Glühwein und Bratwurst
Florian Hemme
Bei Glühwein und Bratwurst

Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst den Glauben leben. Wie bitte? Wie soll das denn funktionieren? Auf den ersten Blick ist das Essen von Gegrilltem keine besonders christliche Handlung. Essen muss jeder, trinken auch. Als Christenmenschen können wir die Nahrungsaufnahme nutzen, um unseren Glauben zu leben. Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst. Dafür eignet sich die kalte Jahreszeit besonders gut.

Ein befreundetes Ehepaar von mir lädt einmal im Winter Menschen zu sich nach Hause ein. Die meisten sind davon um die dreißig Jahre alt. Manche haben bereits kleine Kinder. Alle sind willkommen, egal wie alt. Die Ehefrau sorgt dafür, dass viele Kerzen, Licht in das Dunkel des Abends bringen. Ihr Ehemann kümmert sich um den Grill, die Getränke und den Feuerkorb. Wer möchte, bringt etwas mit. Selbstgebackenen Kuchen, Kekse oder Pralinen. Das friedliche Beisammensein steht im Vordergrund.

Meinen Freunden ist besonders daran gelegen, Menschen einzuladen, die in diesem Jahr einen Angehörigen verloren haben. Menschen, denen die kalte und dunkle Jahreszeit durch den Verlust eines geliebten Angehörigen besonders schwerfällt. Das Ehepaar möchte für andere Menschen christliche Gemeinschaft stiften. Eine christliche Gemeinschaft, in der man die Sorgen am Feuerkorb teilen kann und sich gegenseitig für den Alltag ermutigt.

Sie lassen sich dabei von einem wichtigen Satz leiten, den unser Herr Jesus Christus uns gesagt hat: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Durch Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst können auch Sie Ihren Glauben leben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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Florian Hemme

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Florian
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Do. 31.10.19
Tempolimit?
Haike Gleede
Tempolimit?

Der deutsche Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf den Autobahnen ausgesprochen. Deutschland bleibt das einzige EU-Land, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Jeder fährt so schnell er will und kann. Verkehrssicherheit und Klimaschutz scheinen für die Befürworter kein Argument zu sein.

Für mich ist diese Entscheidung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein Spiegel unserer Gesellschaft. Viele Menschen stehen unter Druck. Immer schneller, immer effizienter soll es gehen. So schnell wie möglich das Ziel erreichen, scheint lebenswichtig zu sein. Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich risikoreiche Überholmanöver beobachte oder mir ein Drängler dicht hinten auffährt, weil ihm 140km/h noch nicht schnell genug ist auf der Überholspur. Wie viel Lebensenergie kostet das!

Gleichzeitig klagen viele: Die Zeit geht so schnell vorbei. Wo ist sie nur geblieben? „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ schreibt George Orwell George (1903-1950).

Lebenszeit ist begrenzt, aber wer sie sparen will, gewinnt nichts. Durch rastloses Eilen holen wir die Zeit nicht ein.

Die Frage ist doch: Wie fülle ich meine Lebenszeit und welche Spuren hinterlasse ich auf dieser Erde – nur eine Staubwolke oder ein freundliches Lächeln. Mit der Zeit gehen, jeden Moment bewusst wahrnehmen und jeden Schritt achtsam setzen, das bringt mich an das Ziel, das Gott für mich bereitet hat. In der Bibel heißt es:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe.“ 2. Mose 23, 20

Geben wir unserem Engel eine Chance!

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Haike Gleede

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So. 15.09.19
Ja!
Dr. Matthias Wilke
Ja!

„Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ „Warte, Schwester, ich kann doch nicht einfach so tanzen mit dir. Ich muss doch zuerst noch meine Kinder, meinen Garten, meine alten Eltern, meine Arbeit…“

„Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich' ich dir!“ „Ja, das ist lieb, Schwesterchen, aber du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann nun wirklich nicht einfach so wie früher, so unbeschwert, das geht nicht…, ich muss doch…“.

Nehmen wir einfach mal an, wir könnten. Nehmen wir einmal an, wir bekommen einen Nachmittag einfach so geschenkt: Arbeit fällt aus oder es gibt auf einmal keine Aufgaben zu Hause. Nehmen wir einfach mal an, mein Arzttermin hat sich erledigt, weil alles wieder gut ist. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten Zeit uns umzuschauen, die anderen da neben uns mit Ruhe zu sehen – würden wir dann nicht …?

„Brüderchen, komm, tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – und dann wirbelt der eine „plumps!“ auf den Po und die andere hilft ihm wieder auf. Was uns bei Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das tut es bei uns Erwachsenen doch in ernsterer Weise auch. Wenn einer dem anderen die Hände reicht, nach dem Tanze, um gut nach Hause zu kommen, oder auf dem Weg zum Friedhof zwei sich stützen. Es ist ein Stück Glück, wenn wir sehen und erleben, dass Aufmerksamkeit und Liebe uns beflügeln, mal im Lachen, mal im Weinen. „Ich sage euch:“, sagte einmal ein König, das Matthäus-Evangelium schreibt es im 25. Kapitel, „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering gewesen -, das habt ihr für mich getan.“ Die unersetzbare Schönheit geteilten Lebens!

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So. 25.08.19
Einatmen – Ausatmen
Alexa Wilke
Einatmen – Ausatmen

„Mann, ich bin schon wieder urlaubsreif!“, meine Freundin lässt sich auf den Stuhl neben mich fallen. „So blöd wie in diesem Jahr war es noch nie.“ Ich schaue sie an. Sie trägt noch Sommerbräune im Gesicht, aber um die Augen herum Müdigkeit. „Überall hakt es!“, schnaubt sie: „Die Kleine vermisst ihre Lehrerin und hat andauernd Vertretungen. Beim Großen fährt der Schulbus nicht mehr richtig. Gestern kam er fast ne Stunde später als sonst. Dann wollte ich einen Arzttermin machen – im April soll ich kommen! Ich dachte, ich spinne! Die war total pampig am Telefon! Und bei der Arbeit drehen auch alle am Rad. Eine Woche sind wir wieder da und ich weiß schon jetzt nicht mehr, wo mir der Kopf steht.“ Langsam beruhigt sie sich ein wenig. Aber die Müdigkeit um Ihre Augen herum bleibt. „Ich hatte mir so fest vorgenommen, mich dieses Jahr nicht so schnell mitziehen zu lassen in den Streß. Aber im Augenblick blick ich einfach nicht mehr durch.“

Das Gespräch geht mir nach. Auch deshalb, weil ich den Eindruck habe, meine Freundin ist nicht die einzige, der es so geht. Was ist los? Was kann ich tun? Was von alldem, was mir an den Nerven zerrt, ist wirklich ein Problem? Und was geht bloß einfach nicht nach meiner Nase, wird sich aber leicht von selbst regeln? Am Abend stolpere ich über ein Lied, das ich lange nicht mehr gesungen habe. „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl.“ Die Worte nehmen mir nicht die Aufgabe ab, mich zu entscheiden, mich aufzuregen, mich zu engagieren. Aber sie machen etwas mit meiner Stimmung.

Ich merke, dass ich sie in Gedanken sprechen kann und dabei ein- und ausatmen. Ich nehme sie mit in mein Kopfgepäck. Dankbar für diesen kleinen Ruhepol.

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Alexa Wilke

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Mo. 22.07.19
Geht es auch ohne eine Kirche?
Hartmut Nack
Geht es auch ohne eine Kirche?

Wie wäre das wohl? Eine Welt ohne Gott. Wo nicht mehr über ihn gesprochen wird. Oder genauer gesagt: Wo nicht mehr so über ihn gesprochen wird, wie es Jesus getan hat. Was würde sich ändern, würde man davon überhaupt etwas mitbekommen?

Es mag manche Menschen geben, die das nicht weiter stören würde, die vielleicht sogar ganz zufrieden damit wären. Endlich echte Freiheit! Keiner mehr, der uns sagen will, was wir tun und lassen sollen. Keiner mehr, der vorgibt, was Gut und Böse ist; das können wir schließlich selbst am besten.

Aber es gibt auch eine große Anzahl von Menschen, die darüber unglücklich wären. Irgendwie ist das doch schade. Da geht dann doch etwas verloren, was wir nicht ersetzen können. Auch wenn es manchmal schwer ist, an so einen Gott zu glauben… so ganz ohne soll es auch nicht sein.

Dass es mal so weit kommt, davon sind wir noch weit entfernt. Aber die Richtung ist eingeschlagen. Zumindest wenn es darum geht, dass dieser Glaube auch was mit der Kirche zu tun hat. „Für meinen Glauben brauche ich doch nicht unbedingt eine Kirche,“ so hört man es heutzutage ziemlich oft. Die christliche Kirche hat nicht immer den besten Ruf. Oft gilt sie als verstaubt und altmodisch. Den einen ist sie zu streng, den anderen ist sie zu locker und angepasst.

Ich selbst bin auch nicht immer einfach nur wunschlos glücklich über das, was in der Kirche passiert. Und auch ich erhoffe mir oft, dass vieles anderes wäre. Dass wir mutiger zu dem stehen, was uns wichtig ist, dass wir fröhlicher glauben und wahrhaftiger lieben. Die Realität sieht oft anders aus.

Aber bei diesen Gedanken ist mir mal ein Wort aus dem Neuen Testament über den Weg gelaufen: „Wir haben eine Wolke aus Zeugen um uns.“ (Hebräer 12,1) Das ist es, denke ich, wofür die Kirche da ist. So eine Wolke um andere Menschen herum zu bilden, um das zu erzählen und zu bezeugen, was wir und andere Menschen von Gott erfahren haben. Das ist der Job der Kirche. Sie macht ihn mal schlechter und mal besser. Aber sie macht ihn. Und das seit 2000 Jahren. Hoffentlich auch noch länger und hoffentlich wirklich im Namen Gottes.

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Hartmut Nack

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Sa. 01.06.19
AN(GE)DACHT
Dr. Matthias Wilke
AN(GE)DACHT

"Gut gebrüllt, Löwe!" "Gut geschienen, Mond!"

An einem Sommermorgen: Vor sich hin schlurfend kam er aus der Arztpraxis, ganz in Gedanken vertieft. Man sah ihn aus der Haustür kommend rechts auf den Bürgersteig einbiegen und dann am Kindergarten vorbei in die Richtung des Bushaltestellenhäuschens gehen. Er sah nicht nach rechts. Er sah nicht nach links. Gebückt schlurfte er vor sich hin, als ihm das kleine Mädchen mit dem Fahrrad in die Hacken fuhr. „Aua!“ schrie er auf, drehte sich - und sah in ein ängstlich lächelndes Gesicht. Ganz aufrecht stand er auf einmal da und hörte eine leise Stimme: „Tschuldigung! Sie haben den Zettel hier verloren.“ Und das Mädchen reichte ihm den Einkaufszettel, der ihm aus der Tasche geglitten war. „Gut gebrüllt, Löwe“, sagte er später zu sich selbst. Denn durch den Schreck und den Ärger hatte
er seine Kraft wiedergefunden, war herausgerissen worden aus seiner Gedankenversunkenheit, ging mit wachem Blick über die Straße und in den Supermarkt.

An einem Sommerabend: Eigentlich viel zu müde für alles kam sie nach Hause. Es war schon spät. Was sie nicht alles an Gedanken angesammelt hatte: bei der Arbeit, im Telefonat mit ihrer Freundin, ihrem Mann, da irgendwo auf Geschäftsreise, weshalb der Urlaub ja auch ausgefallen war. Sie schlich in den Garten, eigentlich viel zu müde, um noch draußen zu bleiben. Aber: Sommerabend. Nur für einen Moment setzte sie sich auf den Gartenstuhl, mehr aus Versehen als geplant. Da erkannte sie ihn: da am Himmel war ja der Mond. Den hatte sie auf ihrem Heimweg bisher total ignoriert, so sehr waren ihre Gedanken mit sich selbst beschäftigt gewesen. Doch jetzt schaute sie hin: Er war hell, der fast volle Mond, und ein wenig hatte er einen rötlichen Schimmer. „Bisschen kitschig“, dachte sie – und doch: hell und ruhig. Blick für Blick entdeckte sie mehr: eine Fledermaus, Flugzeugstreifen am Himmel und als sie sich runterbeugte, um ihren arbeitsschweren Füßen Schuhfreiheit zu geben, da wurde ihr klar, dass das, was dem Gras sein Mondglitzern gab, die leichte Feuchtigkeit war, die der Abend  brachte. Fast 20 Minuten saß sie so da – und hätte sie wer gesehen, er hätte sie lächeln sehen. „Gut geschienen, Mond“, dachte sie voll Freude und erinnerte sich an ein altes Buch, in dem das stand. Denn durch sein Licht, hatte sie ihre Neugier wiedergefunden. Für einen Moment war die Alltagsmüdigkeit wie weg und sie
wieder neugierig auf das Leben – und ging mit Schwung zu Bett.

In einer Sommernacht: „Wir werden, fürchte ich, in den Morgen schlafen, soweit wir in die Nacht gewacht“. Leise wiederholte er für sich die Worte, die er gerade gelesen hatte, und dachte kurz nach, bevor er weiterlas. Noch ca. fünf Absätze las er, dann schloss er das Buch und löschte die Leseleuchte. Fertig, fein!
Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ – mit all seinen schönen Worten. Es war schon nach 24.00 Uhr, doch er fühlte sich einfach wohl. Das Buch rief so viele Erinnerungen, Gedanken und Bilder in ihm wach – wie ein kleiner Urlaub. Er ging ins Haus. Als er ins Schlafzimmer trat, stupste er sacht seine Frau an, die schon seit einer Weile schlief, und sagte leise zu ihr: „Schlaf morgen ruhig mal aus. Ich mache mit den Kindern eine Morgenwanderung und dann, so um 10.00 Uhr, frühstücken wir alle zusammen im Garten.“ Und im Mondlicht, das ins Schlafzimmer fiel, sah er, dass sie lächelte – und dachte zufrieden: „Gut geflüstert, Löwe“.
„Freundliche Reden sind Honigseim“, lese ich in der Losung für den Monat Juni, im Buch der Sprüche Salomos, im 16. Kapitel, denn sie sind „süß für die Seele und heilsam für die Glieder“.

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Sa. 02.03.19
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium…
Dr. Matthias Wilke
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium und Theodor Fontane durch die Passionszeit

20 Minuten unter Bäumen – mit
dem Evangelium und Theodor
Fontane durch die Passionszeit

Vier Bäume möchte ich mit Ihnen „Von Turm zu Turm“ und rund um Kirchwalsede entdecken. Wir starten an einem Samstag (23. März) unter einem Apfelbaum in Westerwalsede, Dorfstraße 4. Dann treffen wir uns jeweils an den Freitagen (29. März, 5. April und 12. April), um 18.00 Uhr für 20 Minuten. In der Zeitung und den Schaukästen unserer Kirchen und Gemeindehäuser wird noch bekannt gegeben werden, in welchem Ort wir jeweils sind. Kommen Sie gerne, wenn es Ihnen passt, zu einem oder allen Treffen dazu. Bei den ersten beiden spielt der Posaunenchor Kirchwalsede, danach gehen wir aus dem eigenen Gesang weiter in das schweigende Hören auf die Natur. 2019 ist das 200. Geburtsjahr Theodor Fontanes. Der Apfelbaum, eine Wiese, die Linde und einen Birnbaum hat Fontane bedichtet. Seine Worte und die Bäume werden uns zur Brücke, die Passionsgeschichte Jesu wieder neu zu bedenken.Auf dass wir nicht in den Frühling stolpern, sondern bewusst auf Karfreitag und Ostern zugehen. Seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Pastor Matthias Wilke

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So. 20.01.19
Kein Witz!
Dr. Matthias Wilke
Kein Witz!

Vorbei der ganze Zauber, denkt sich Claudia und packt etwas schweren Herzens alle Weihnachtssachen wieder ein. Zuletzt die Krippe – und das Jesuskind soll in Watte in eine Streichholzschachtel. War schön, dieses Jahr Weihnachten. Da kommt ihre kleine Tochter ins Zimmer, fragt ernst, warum Jesus denn wieder gehen muss, und erzählt, ohne die Antwort abzuwarten, einen Ostfriesenwitz, der ihr gerade wichtig ist.

Altbekannt und doch muss auch die Mama schmunzeln: Ein Ammerländer verlegt in Ostfriesland neue Überlandleitungen. Hoch oben arbeitet er an einem Mast, hoch über einer Weide. Kommt ein Ostfriese vorbei, lacht und geht weiter. Kommt ein zweiter, lacht ebenfalls und geht weiter. Dem nächsten aber, der grinsend an ihm vorbeigehen möchte, ruft der Ammerländer von oben herab zu: „Was gibt es denn da zu lachen?“ „Dumme Frage“, antwortet der Ostfriese. „Unter deinem Zaun laufen doch alle Kühe durch!“

Es gäbe wohl für alle viel weniger zu lachen, wenn wir immer verstehen würden, was der andere tut. Missverständnisse können einfach Freude machen. Wenn beide lachen. Lacht über längere Zeit nur einer, lacht oft bald keiner. Klug deshalb, wer fragt und sich befragen lässt.

Claudia packt weiter ihre Weihnachtssachen ein, aber nach dem Gespräch mit ihrer Tochter nun anders. Das Jesuskind bleibt da. Beide stellen es mit der kleinen Krippe hoch oben auf den Schrank. Da steht es nun an der Ecke, mehr zu ahnen als zu sehen. Aber sie beide wissen es und können sich beim „Unterdurchlaufen“ auch im Hochsommer immer mal wieder lächelnd daran erinnern: „Von Jesu Christus haben wir alle empfangen Gnade um Gnade“ (Johannes 1,16). Kein Witz – und immer wieder schön.

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Dr. Matthias Wilke

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So. 23.12.18
Morgen, Kinder, wird´s was geben!
Dr. Matthias Wilke
Morgen, Kinder, wird´s was geben!

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

Eure Güte laßt kundsein allen Menschen! Der Herr ist nahe!“ (Philipper 4 ,4-5). Und wie ist Ihnen gerade zumute, denken Sie an morgen (übermorgen)? Möchten Sie vor Freude springen? Oder ist Ihnen eher nach Grübeln über eine Zeitstreckungsmaschine, die den Tag auf 32 Stunden verlängert, damit Sie doch noch in Ruhe backen, putzen, Karten schreiben, einpacken könnten?

Wie auch immer: „Morgen, Kinder, wird’s was geben…“ Das steht außer Frage, nur was? Oh ha, morgen früh noch zum Bäcker und die Gans abholen und den Weihnachtsbaum schmücken und… was ich nicht alles vergessen könnte, wenn es blöd käme – und was würde das dann geben?

„Welch ein Jubel, welch ein Leben wird in unserm Hause sein…“ Ja, eine Menge Leben, wenn der Lennart über die Carla stolpert, weil er doch auf jeden Fall schneller bei den Geschenken sein möchte als seine krabbelnde Schwester. Eine Menge Leben, wenn Onkel und Tante zum vierundzwanzigsten Mal von ihrem Urlaub auf den Malediven anfangen zu erzählen, obwohl Oma lieber „Schneeflöckchen“ singen möchte. Oder eben auch gar kein Leben, weil ich am Heiligabend alleine in der Stube sitze.

„Freuet euch in dem Herrn allewege!“ Ein Jubel wird auf jeden Fall um uns sein. Denn ganz gleich, was alles es sonst noch bei uns geben wird (oder auch nicht), mit Blick auf die Krippe und leisem Gesang werden Gottes Engel mit und für uns beten – wenn „Am Weihachtsbaume die Lichter brennen“: „Gesegnet seid, ihr alten Leute, gesegnet sei, du kleine Schar! Wir bringen Gottes Segen heute dem braunen wie dem weißen Haar.“

 

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Dr. Matthias Wilke

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Mi. 05.12.18
Mache dich auf und werde licht
Haike Gleede
Mache dich auf und werde licht

Mache dich auf und werde licht.

In den kommenden Wochen wird der Umsatz in den Kaufhäusern und Einkaufszentren rapide ansteigen. Verkäuferinnen werden Geschenke hübsch verpacken, die Post wird mehr Briefe, Päckchen und Karten zustellen als in den anderen Monaten. Kinder schreiben Wunschzettel und Eltern und Großeltern leiten sie an den Weihnachtsmann weiter. Lichterketten werden installiert, Adventskränze dekoriert und Kerzen angezündet. Die Welt erstrahlt in neuem Glanz.

Mache dich auf und werde licht; (Jesaja 60, 1)

In den kommenden Wochen werden Menschen ohne Obdach nach einem warmen Plätzchen suchen und etwas zu essen erbetteln. Kinder werden um ihr Leben kämpfen und Regierende ihre Macht verteidigen. Soldaten werden ihren Dienst tun, manche weit weg von Zuhause; Hilfsorganisationen werden  Medikamente und andere Hilfsgüter  in Krisengebiete schaffen und dort verteilen.

Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt,

In den kommenden Wochen werden die Menschen auf die Weihnachts- und Lichtermärkte strömen und Dekoratives, Köstliches und Überflüssiges erwerben. Unzählige Bleche Kekse werden gebacken und verzehrt. Bei Kerzenschein und Glühwein werden sich Menschen unterhalten über die guten alten Zeiten, die Politik, das Wetter und über Gott und die Welt.

Manche werden noch einsamer sein als sonst.

Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

Im Advent entzünden wir jeden Sonntag eine weitere Kerze an unserem Adventskranz.

So kennen wir es von Kindheit an.

 Ist es einfach ein schönes Ritual, das Licht und Gemütlichkeit in die graue Jahreszeit bringt? Oder steckt mehr dahinter?

In der Adventszeit warten wir auf die Ankunft Jesu. Wir warten auf das Licht, das unser Leben erhellt. Mit jedem Adventssonntag wird dieses Licht heller, bis es an Weihnachten im festlichen Glanz erstrahlt.

In der Adventszeit zünden wir die ersten Kerzen an. Aber anstatt im Lichtschein zur Ruhe zu kommen, setzen wir uns unter neuen Leistungsdruck. Was müssen wir bis zum Fest noch alles erledigen? Wir hetzen umher und fragen uns, wie wir das alles bewältigen sollen. Gleichzeitig versuchen wir uns auf Weihnachten einzustimmen.

Wie kann das gelingen?

Vielleicht indem wir uns auf den Engel des Lichts einlassen. Er macht uns aufmerksam auf den Sinn dieser Zeit. Sich mit dem Herzen auf Gott vorzubereiten, sich zu öffnen für das Wunder von Weihnachten.

Die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden, Einkehr und Erleuchtung schlummert in den Seelen.

Die frühen Mönche sprechen davon, dass die Seele selbst zu einem Licht wird. Wenn sie beteten und meditierten, dann konnten sie in ihrem Herzen ein Lichts sehen und spürten, dass ein Engel ihnen nahe war.

Der Engel des Lichts möchte auch dich erleuchten, damit du für andere zum Licht werden kannst. Du kannst aber nur zum Licht werden, wenn du das Licht deines Engels hineinstrahlen lässt in deine innere Dunkelheit. Du musst das Licht deines Engels in alle dunklen Abgründe deiner Seele leuchten lassen. Dann wirst du selbst zu einem Licht.

Advent – das heißt auch den Blick erheben und Ausschau halten, den eigenen Lebenshorizont erkennen und die Menschen um mich herum wahrnehmen.

Vielleicht erkenne ich dann, dass ein lieber Brief mehr wert ist als ein teures Geschenk. Oder sich Zeit zu nehmen für ein Gespräch notwendiger ist als ein gründlicher Hausputz.

„Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt.“

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Haike Gleede

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Haike
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Sa. 06.10.18
Wos is?
Dr. Matthias Wilke
Wos is?

„Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, erledigte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlag getroffen zu Boden sank und starb. Zwei Engerln schleppten ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er vom Heiligen Petrus empfangen wurde.“ So beginnt die Geschichte von Ludwig Thoma „Ein Münchner im Himmel“. „Petrus ... überreichte ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt: "Von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr: frohlocken; von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr: Hosianna singen."“ Alois aber verstand nicht recht und fragt nur: „Wos is?“

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr werden wir frohlocken – in unseren Kirchen, mit Orgel und Posaunen – Alois aber wird fragen: „Wos is?“

Alois Hingerl erledigte seine Arbeit sein Leben lang mit solcher Hast, dass er … und dann findet er sich im Himmel wieder und soll nun dauern nur dankbar sein. Zu viel verlangt – von Alois. War er doch tagein tagaus mit ganz viel anderem beschäftigt, fühlte sich eher als Nummer denn als Engel. Er rannte von da nach dort, war stets zu Diensten und schulterte, was es zu tun galt. In der wenigen freien Zeit aber, die er hatte, da wollte er dann einfach nur mal sitzen, beim Maß oder Stamperl und ohne Bewegung. Da war er zum bewusst dankbaren „Luhja singen“ einfach zu müde.

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sitzen hunderte von Menschen in unseren Kirchen und hören und singen. Bestimmt sitzen viele von uns darunter, die eigentlich nur müde sind. Viel gelaufen, viel gekümmert und jetzt – „Wos is?“

Feiertag ist! Ernte-Dank! „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen“ (Psalm 111). Denn er gibt mir Kraft. Ich esse, trinke, liebe, lebe – und bin bei Dir. Danke!

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Dr. Matthias Wilke

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Matthias
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So. 26.08.18
Paradies mit Baustelle
Alexa Wilke
Paradies mit Baustelle

Die Ferien sind vorbei, die Tage werden kürzer und die Autoschlangen am Morgen länger. Im Auto neben mir hängt ein Traumfänger am Spiegel. Unwillkürlich muss ich grinsen. Ich kenne diesen indianischen Schmuck aus Schlaf- und Kinderzimmern. Er soll schlechte Träume auffangen und gute bescheren. Ich schaue die Fahrerin von der Seite an. Sie sieht nicht so aus, als würde sie gleich einschlafen. Zum Glück. Nicht dass sie irgendwann mit besonders schönen Träumen schlafend weiterfährt.

Ich bin abgebogen und komme nun zügiger voran. Im Auto träumen. Wie viele von denen, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind oder zur Schule, träumen sich wohl in diesem Moment zurück in den Urlaub und in die schönen Sommertage ohne Verpflichtung? Das Leben kann so leicht sein. Ich höre mich seufzen.

Im Verlauf des Tages treffe ich meinen Kollegen, der den ersten Tag wieder im Dienst ist. Ich freu mich richtig, ihn zu sehen: „Schön, dass Du wieder da bist!“ Es steht einiges an, was gemeinsam geplant werden soll. Und jetzt geht es endlich los.

Auf der Heimfahrt denke ich an den Traumfänger im Nachbarauto. Und an die Urlaubsträume am Morgen. Immer so viel Freiheit haben wie in den Ferien, das wär‘s. Oder? Ich zögere: Wär blöd gewesen, wenn der Kollege einfach weggeblieben wäre.

Mein Kollege wird gebraucht hier, und auch ich habe meine Aufgaben. Sei es im Beruf, unter Nachbarn, in der Familie. Ja, mein Ferien-Ich fehlt mir. Aber mein Alltags-Ich hat seine ganz eigene Würde. „Bebauen und bewahren“ nennt die Bibel die täglichen Mühen (1. Mose 2,15). Etwas schützen, etwas wachsen lassen, Verantwortung tragen. Das gehört eben auch zu mir. Und für das Ferien-Ich reserviere ich den Sonntag.

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Alexa Wilke

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Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
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So. 08.07.18
Leg doch mal das Handy weg...
Harm Cordes
Leg doch mal das Handy weg...

Neulich in der Heide. Abendstimmung. Sonnenuntergang. Mir kommen zwei Reiter entgegen. Kann das Leben schöner sein? Denke ich, bis ich bei einem der Reiter eine typische Körperhaltung wahrnehme, die nicht zu meinem Bild vom Reiter auf dem Pferd passt: Kopf nach vorne geneigt. Richtung Handinnenfläche, die einen flachen Gegenstand hält.

Näher dran erkenne ich, dass wahr ist, was ich nicht glauben konnte: Der gute Mann ist mit Jeep und Pferdeanhänger aus dem Nachbarkreis in die Heide gefahren, um auf dem Pferd – mit seinem Handy rumzudaddeln. Geht`s noch?

Szenen, wie ich sie immer wieder beobachte: Eltern mit den Kindern auf dem Spielplatz. Die Kinder toben, lachen, rufen sogar: „Mama, guck mal …“. Doch die Eltern sind mit ihren Gedanken irgendwo in virtuellen Welten, anstatt wahrzunehmen, wie toll der Spielplatz ist: „Papa, jetzt guck doch endlich …!“

Bestes Bild zu diesem Thema: Ein kleiner Junge im Fernsehen. Er hat das große Glück, mit Papa bei einem Achtelfinal-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft dabei zu sein. Doch was macht der Junge: spielt mit seinem Handy! Papa steht daneben und sagt nichts. Und ich frage mich: Wer hat das arme Kind ins Stadion geschleppt? Und wenn der Junge freiwillig da ist: Warum nimmt ihm keiner das Handy weg. Erklärt ihm, was auf dem Spielfeld los ist?

Ich weiß: das alles klingt weltfremd. Technikfeindlich. Typisch Pastor.

Aber so ist es nicht gemeint. Ich weiß durchaus, was ein Handy ist. Freue mich an vielen Errungenschaften unseres Zeitalters. Komme manchmal aus dem Staunen nicht raus. Und werde trotzdem traurig, wenn ich merke, wie Menschen in virtuellen Welten versacken und das Leben um sich aus dem Blick verlieren.

„Alles hat seine Zeit“ heißt es im Prediger Salomo. Und meint vielleicht auch dieses: Manchmal darf das Handy auch Pause haben. Um den Sonnenuntergang live zu bestaunen und dabei den Schritt des Pferdes zu spüren. Um mit dem Kind zu toben, zu lachen und zu raufen, anstatt Bilder davon zu verschicken. Einfach mitzujubeln und zu leiden, anstatt allen und jedem zu schreiben: „Bin gerade im Stadion. Echt cool hier …“

Jetzt, in der Urlaubszeit, wär das doch mal ein Gedanke. Immer mal wieder das Handy zu Hause zu lassen. Und einfach loszugehen. Ganz da zu sein, wo ich doch extra hingefahren bin. Mit denen, die gerade dabei sind, zu erleben, weshalb wir unterwegs sind. Darum geht es doch eigentlich. Oder etwa nicht?

 

DIESE ANDACHT STAND VORÜBERGEHEND UNTER FALSCHEM NAMEN AUF DIESER HOMEPAGE. WIR BITTEN DIESEN FEHLER ZU ENTSCHULDIGEN.

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Harm Cordes

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Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Pastor/-innen
Harm
Cordes
Pastor, Vorsitzender des Kirchenvorstands
Bruchstraße 3
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 986860
So. 20.05.18
Da weht ein frischer Wind
Rolf Hirte
Da weht ein frischer Wind

Menschen gehen auf die Straßen, und sagen, was sie glauben, hoffen, sich wünschen. Sie verstecken sich nicht mehr ruhig in ihren Häusern, fragen sich nicht ängstlich, was werden denn wohl die Nachbarn sagen, wie reagieren die anderen darauf? Hat mein Engagement etwa Nachteile für mich?

Manche setzen sich vielleicht einfach mal eine Kippa (Kopfbedeckung jüdischer Männer) auf, um zu zeigen: “Wir wollen, dass Juden hier bei uns sicher leben können, ohne angefeindet zu werden.“ Vielleicht demonstrieren sie auch für bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, oder machen sich stark für eine gerechtere Wirtschaftsordnung, von der mehr Menschen profitieren als im Moment. Manchmal lassen Menschen sich begeistern. Dann sagen sie: “Da können wir etwas ändern.“ Dann gehen sie raus auf die Straßen und erzählen den anderen von ihren Hoffnungen und Träumen.

So ähnlich stelle ich mir das auch vor zu Pfingsten in Jerusalem vor etwa 2000 Jahren: Die nach der Kreuzigung Jesu verängstigten Jünger Jesu kommen aus ihren Verstecken und sprechen öffentlich über das, was sie glauben: Gottes Liebe ist stärker als alle Mächte des Chaos und der Zerstörung, ja sogar als der Tod. Das hat damals viele begeistert. Die ließen sich taufen und teilten alles, was sie hatten, damit keiner Not leiden mußte. Da wehte ein frischer Wind. Da bewegte Gottes Geist viele Menschen. Pfingsten hatte und hat es immer noch mit Begeisterung für Gottes neue Welt, mit Mut und Aufbruch zu tun.

Gesegnete Pfingsten

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Rolf Hirte

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Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63

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