Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Fr. 20.11.20
Es wird nicht dunkel bleiben
Lars Rüter
Es wird nicht dunkel bleiben

Können Sie sich Weihnachten 2020 vorstellen? Mir fällt es richtig schwer. Schließlich schreibe ich diese Zeilen am 28. Oktober. Es sind nicht nur die Fragen, die jedes Jahr zu bedenken sind: Steht der Tannenbaum für die Kirche bereit? Welche Adventsfeiern sind zu bedenken? Was muss alles in den Gemeindebrief? Was bekommen die Kinder zu Weihnachten? Dieses Jahr ist es zuallererst die Frage: Wie werden wir Weihnachten feiern, in unseren Kirchengemeinden und in den Häusern, in den Familien? Heute sieht es jedenfalls so aus: Auf jeden Fall nicht so wie all die Jahre vorher.

In diese Gedanken hinein lese ich das Wort aus dem Propheten Jesaja: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. (Jesaja 8,23a)

Angst vor Weihnachten habe ich nicht. Ich bin doch nicht in der Lage von Maria und Josef. Sie kannten den Weg nach Bethlehem, mehr aber auch nicht. Alles Böse und alles Gute konnte ihnen widerfahren auf dem Weg nach Bethlehem. Aber wo steht geschrieben, dass Maria und Josef sich gefürchtet hätten?

In alle Dunkelheit unserer Tage, in alle Angst, Not, Furcht und Sorge hinein wird es Weihnachten werden. Irgendwie. Aber es wird. Die Worte des Engels sind Worte für uns: Fürchtet euch nicht! Gott kommt in dem kleinen Kind zu uns . Ganz nah. Er teilt mit uns unser Dasein, alle Fragen, alle Ängste und Nöte. Das Dunkle hat nicht das letzte Wort. Er macht unsere Welt hell, indem er sich uns zuwendet. Und wir werden heil an Leib und Seele.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

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Lars Rüter

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So. 25.10.20
Der Sabbat ist für den Menschen gemacht
Dr. Matthias Wilke
Der Sabbat ist für den Menschen gemacht

Eine Erzählung aus dem Markus-Evangelium

An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen ´und die Körner zu essen`. Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!« Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten? Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?« Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.« (aus dem Evangelium nach Markus 2, 23-28)

Gedankensplitter zu Bild und biblischen Worten

Der Sabbat, der Sonntag – was würde es werden, wenn wir einander keinen Tag mehr einräumten, um körperlich auszuruhen? Dann wären unsere Arme und Beine bald schlaff. Und was würde es werden, wenn wir einander keinen Tag mehr einräumten, um seelisch auszuruhen? Dann wären Herz und Gemüt bald zu hart oder zu weich, weinerlich oder abgestumpft. Wir brauchen den Ruhetag: für Arme, Beine, Herz und Gedanken. Brauchen ihn gerade auch in der Bedrängnis, die uns in diesen Monaten bedrückt. Und damit zum Essen: Kennen Sie Leipziger Allerlei? Es enthält viele Gemüse und ist doch kein „Alle-sind-gleich“-Gericht. Das Gemüse wird getrennt gegart, bevor es zusammenkommt. Nur so bleiben die so Verschiedenen bissfest. Das je angemessene Garen bewirkt, so das sachkundige Kochbuch, bei jedem eine „Lockerung“ des ihm eigenen „Gewebes“ und damit: Geschmack, auch für das Ganze. So auch der wöchentliche Ruhetag. Es muss nicht für alle der Samstag oder der Sonntag sein. Doch wir alle brauchen eine Zeit für die „Lockerung“ unsere Arme und unserer Herzen. Und wenn wir dann wieder zusammenkommen, nach je unserer eigenen Lockerungszeit, stimmt wieder der Geschmack des Ganzen. Der Ruhetag ist für uns Menschen gemacht, damit wir bleiben, was wir sind: armstarke, innerlich sensible Gottessucher.

Ihr und Euer Pastor Matthias Wilke

Gebet (frei nach Psalm 119):

Ich möchte Dir danken, Gott, dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit. Deine Gebote will ich halten, verlass mich nicht! Öffne mir vielmehr die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Gebote, dass ich sie bewahre bis ans Ende. Denn dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Amen

Ich bitte dich für...

… die Menschen, die sich in diesen Tagen allein fühlen, die mehr Dunkel sehen als Licht.

… die Menschen, denen in diesem Herbst ein lieber Mensch fehlt.

… die Menschen, deren Hände müde oder verkrampft sind, weil sie sich so sehr anstrengen müssen: andere zu pflegen oder zu begleiten, unsere Zukunft in schwierigen Zeiten zu gestalten.

… die Menschen, die Nähe vermissen.

… die Menschen, die in Streit und Krieg leben, leben müssen. In der Stille nennen wir Dir, Gott, die Namen derer, für die wir Dich heute bitten möchten: Stille

Vater unser …

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So. 27.09.20
Kirchentürandacht für die letzte September-…
Dr. Matthias Wilke
Kirchentürandacht für die letzte September-Woche 2020

Biblische Worte für die letzte September-Woche 2020

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Bekenne dich daher ohne Scheu zu unserem Herrn, … [sei] auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die nötige Kraft geben. Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken, und das ist jetzt, wo Jesus Christus ´in dieser Welt` erschienen ist, Wirklichkeit geworden. Er, unser Retter, hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

 (aus: 2. Timotheus 1, 7-10)

 

Gebet (frei nach Psalm 68):

Ich möchte Dir danken, Gott, mit Blick auf die Sonne, den Herbst, das Licht. Ja, ich merke es: Du gibst mir Kraft. Du stärkst in mir immer wieder die Zuversicht, dass Du da bist. Ich möchte Dir danken.

Du legst uns eine Last auf, gerade in diesen Monaten. Aber du hilft uns auch.

Du bist ein Gott, der mir hilft, und bist der HERR, der vom Tode errettet. Dir sei Dank. Amen

 

Ich bitte dich für...

… die Menschen, die traurig und betrübt sind, weil sie Angst haben, weil sie krank oder gebrechlich sind.

… die Menschen, denen in diesem Herbst ein lieber Mensch fehlt.

…  die Menschen, deren Hände müde oder verkrampft sind, weil sie sich so sehr anstrengen müssen: andere zu pflegen oder zu begleiten, unsere Zukunft in schwierigen Zeiten zu gestalten.

… die Menschen, die Nähe vermissen.

… die Menschen, die in Streit und Krieg leben, leben müssen.

In der Stille nennen wir Dir, Gott, die Namen derer, für die wir Dich heute bitten möchten: – Stille –

Vater unser …


Gedankensplitter zu Bild und biblischen Worten

In manchem Schlafzimmer ist es der Wecker. Er durchbricht mit seiner leuchtenden Zeit die Dunkelheit. An der Decke im Kinderzimmer sind es kleine Sterne, die tagsüber sich mit Licht geradezu „vollsaugen“ und in der Nacht nachleuchten. Draußen am Himmel sind es auch die Sterne, die uns Orientierung geben in Raum und Zeit. Gewiss, anders als im Kinderzimmer sind sie manchmal von Wolken verhangen. Doch in den „sternenklaren“ Nächten erhellen sie uns die Weite – bis der neue Morgen kommt.

So auch Jesu Evangelium. Jesu Worte sind wie die Sterne: in ihnen leuchtet seine Gewissheit für uns nach: „Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben...“. Jesu Lebensweg ist zudem verlässlich wie der Gang des Weckers. Ich weiß ganz gewiss, dass nach drei Uhr vier Uhr kommt, weiß: „Er, unser Retter, hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht.“ Auch wenn ich mal nicht schlafen kann, gibt der Blick in die Weite des Evangeliums mir Trost. Wir gehen mit Licht durch die Zeit, die uns gerade bedrückt, und gehen besonnen dem Morgen entgegen: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“

                               Ihr und Euer Pastor Matthias Wilke

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So. 30.08.20
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen
Dr. Matthias Wilke
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen

"Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen."

Biblische Worte für die erste September-Woche 2020
Im Buch des Propheten Jesaja findet sich die folgende Verheißung. Wer aber ist dieser „mein Knecht“, von dem hier die Rede ist? In Matthäus 12, 20 werden die Worte auf Jesus bezogen. Er sei der „Knecht Gottes“.
Wen auch immer wir bei den folgenden Worten vor Augen haben werden, auf jeden Fall kommt der, der uns Hoffnung bringt, im Namen Gottes – und wird den „glimmenden Docht nicht löschen“. So beschrieb es einst der Prophet Jesaja:
„Siehe, das ist mein Knecht - ich halte ihn –
und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben“, spricht Gott; „er wird das Recht unter die Menschen bringen.
Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen.
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“
(aus: Jesaja 42, 1-3)

Als Gebet lassen wir uns mit unseren Gedanken mit hineinnehmen in Worte aus dem alten Gebet der Beterin/ des Beters des 147. Psalm:
Gut ist es, für unseren Gott zu singen, ja, schön ist solch ein Lobgesang!
Der Herr selbst schenkt denen Heilung, die ein gebrochenes Herz haben und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
Der Herr hilft den Unterdrückten auf.
Ihn beeindruckt nicht die Stärke des Pferdes, er freut sich auch nicht über die Muskeln des Kämpfers.
Gefallen hat der Herr an denen, die ihm mit Ehrfurcht begegnen.
Er hat die Kinder in deiner Mitte gesegnet.
Er ist es, der innerhalb deiner Grenzen Frieden schenkt. Halleluja!

Ich bitte dich für...
… die Menschen, die traurig und betrübt sind, weil sie Angst haben vor der Zukunft, weil sie krank oder gebrechlich sind.
… die Menschen, denen in der vergangenen Woche wehgetan wurde oder gerade jetzt ein lieber Mensch fehlt.
… die Menschen, deren Hände müde oder verkrampft sind, weil sie sich so sehr anstrengen müssen: andere zu pflegen oder zu begleiten, unsere Zukunft in schwierigen Zeiten zu gestalten.
… die Menschen, die Nähe vermissen.
… die Menschen, die in Streit und Krieg leben, leben müssen.
In der Stille nennen wir Dir, Gott, die Namen derer, für die wir Dich heute bitten möchten: – Stille –
Vater unser …

Gedankensplitter zu Bild, Psalm und biblischen Worten
Wenn der Docht verglimmt, malt er Erinnerungen in die Luft. Figuren, vielleicht, Gedanken, die ich im Rauch sehe. Und dann… bleibt noch eine Weile der Geruch im Raum. Doch es wird stiller, viel stiller.
Der alte Mann schaute dem Rauch noch länger nach. Dann schloss er die Augen. So saß er da. Er hing seinen Gedanken nach. Eine Erinnerung nach der anderen leuchtete auf … und verstrich: Seine Kinder; lange nicht mehr gesehen. Aber als sie klein waren; war das schön; und doch: wie viele Sorgen hatten Margrit und er sich nicht um sie gemacht. Margrit. Wie schön sie war, als sie beide sich beim Erntefest trafen, tanzten, nach Hause gingen; und wie mutig er dann fragte, ob er sie wiedersehen dürfe. War ja alles noch anders, kurz nach dem Krieg. Er hatte damals schon so viel… so viele Tote gesehen. Als Kind nannten ihn alle „Hasenfuß“. Aber darauf nahmen sie keine Rücksicht, als sie ihn von der Schulbank weg hinter die Flak riefen… Und was wird bleiben? Er hatte sein Leben gelebt. Das wusste er – spürte den Luftzug. Ewigkeit? Ja, so stellte er sich das Sterben vor: Ewigkeit ist das Licht, das kommt, wenn ich die Augen schließe. Darauf deuteten für ihn die Worte Jesajas hin: „Den glimmenden Docht wird Gott nicht auslöschen“.
Er war noch so in Gedanken, da klopfte es an der Tür – und er dreht sich um und lächelte.
Ihr und Euer Pastor Matthias Wilke

 

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Sa. 25.07.20
Alles gut
Hartmut Nack
Alles gut

Nach einem Grillabend bei Freunden bleibt der Tisch noch lange vollgestellt. Die Gemütlichkeit soll durch das Aufräumen noch nicht unterbrochen werden. Als dann doch der erste anfängt, das Besteck und den Salat wegzuräumen, frage ich – halb aus Höflichkeit, halb aus ehrlichem Willen – ob ich irgendwo mithelfen soll. „Nein, alles gut“, bekomme ich als Antwort. Entspannt bleibe ich auf meinem Holzstuhl sitzen. Aber im Stillen wundere ich mich doch über diese Antwort. Das höre ich öfter: „Alles gut.“ Auch auf kleine Nachfragen wird mir dann gleich mit einem solchen umfassenden Statement geantwortet. Stimmt das überhaupt, frage ich mich. Es ist doch gar nicht alles gut. Höchstens noch, dass ich hier jetzt weiter bequem sitzen und den Abend genießen kann. Aber das macht noch lange nicht alles gut. Dafür ist diese Welt doch viel zu sehr in Unruhe.

Vielleicht steigere ich mich gerade auch zu sehr in diesen Gedanken hinein und nehme es mal wieder viel zu genau mit den Worten. Aber dann merke ich, dass dahinter vielleicht doch eine tiefere Wahrheit steckt. Und der lässt mich mit einer stillen Zufriedenheit zurück. Gerade wenn ich darauf vertraue, dass mein Leben und sogar diese ganze Welt in den Händen Gottes liegt, ist dann nicht schlussendlich doch alles gut?

Und mir kommen die Worte in den Sinn, die der Theologe Karl Barth kurz vor seinem Tod im Jahr 1968 gesagt hat: „Ja, die Welt ist dunkel. Aber nur ja nicht die Ohren hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! - Es wird regiert!“

 

Herzliche Grüße

Ihr Pastor Hartmut Nack

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Fr. 19.06.20
So nah, so fern
Dr. Matthias Wilke
So nah, so fern

„Herzlichen Glückwunsch!“, ruft der ältere Herr über den Gartenzaun und ruft es laut. Er weiß um die starke Schwerhörigkeit seiner Nachbarin. Sie feiert ihren Geburtstag heute allein, in der Sonne auf der Terrasse, mit Musik von Helene Fischer. So gerufen aber weiß nun auch die übrige Nachbarschaft: „Ach, guck mal, die Bertha hat wohl heute Geburtstag ... und Klaus gratuliert ihr“. Und Bertha merkt an den Gesichtern, die nett zu ihr herüberschauen: „Sie denken an mich. Schön!“

„Ich wollt dir nur mal eben was vorbeibringen“, ruft sie durch die noch geschlossene Tür hindurch. Ein Glas frisch gekochte Rhabarbermarmelade stellt sie vor sich hin. Sie ist schon wieder im Gehen, aber das Glas und das nette Wort bleiben stehen – vorm Haus der Freundin, die sich im Haus langsam zur Tür bemüht.

Kuscheln ist noch nicht … und dennoch erwarte ich mit weit ausgebreiteten Armen meinen Neffen. Besuch nach langer Zeit mal wieder – und wir stehen uns einen Moment lächelnd gegenüber und irgendein launiger Spruch zur Situation und dass wir uns freuen, wenn es wieder anders ist, hilft uns über die Abstandsbremse hinweg.

Solche und andere Erfahrungen mehr, die wir ungewollt im derzeitigen „Leben mit Abstand“ sammeln, öffnen uns noch einmal die Augen, um zu verstehen, wie uns Gott tagtäglich nah kommt – in guten und andern Zeiten. Auch wenn wir seine Arme nicht spüren, seine Stimme nicht hören können: da ist mein Nachbar, das Marmeladenglas, der launige Spruch, das Gebet, in das ich meine Gedanken an die anderen still für mich hineinlege. So kommt er zu uns, der uns ruft: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch ausruhen lassen“ (Matthäus 11,28).

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Do. 04.06.20
Etwas Besseres als ...
Dr. Matthias Wilke
Etwas Besseres als ...

„Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
(Psalm 139, 14)

Ich lese diese alten, schon so oft von so vielen Generationen durchbeteten Zeilen – und schau auf die Uhr, auf das kleine Feld rechts. Jetzt gerade haben wir Anfang Mai 2020. Langsam werden die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Wochen gelockert. Wir dürfen uns wieder treffen – zum Gebet. „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich... wir... meine Seele erkennt...“.

Psalm 139 steht als biblische Losung über dem Monat August. Jetzt haben wir Mai – was wird im August sein? Hoffentlich… Doch heute will ich mich nicht voraussehnen,
sondern möchte bremsen, denken und bremsen, weil ich gestolpert bin über dieses: „… dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke.“

Auch das habe ich in den vergangenen sieben Wochen gemerkt: Wie sehr ich Teil bin in Gemeinschaft mit den anderen: Teil der Gesellschaft, der Natur – und eben nicht nur „meines Glückes Schmied“ oder so. Und ich habe auch gemerkt: wie schwer es mir fällt, das Wunderbare an mir als Teil des Ganzen zu sehen. Und beim Blick auf meine Finger nicht nur zu murmeln: „Mann, so geht das nicht weiter, das dauernde Waschen, sie werden rissig“, sondern so etwas zu denken wie: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Wunderbar – mit rissiger Haut?

War ja viel stiller in den vergangenen Wochen, so dass man für so komische Gedanken mit Blick auf die eigenen Hände auch mal Zeit hatte. War viel weniger Geplauder als ich es sonst schätze und kenne. Was wir sonst bei der Arbeit haben: eine Kollegin, ein Kollege stapft vorbei und bremst und wir geben uns die Hand und plaudern kurz über… egal, aber tut gut. Oder beim täglichen Einkaufen: Ich brauch´ vielleicht gar nicht viel, aber es ist fein, andere zu begrüßen.

Es ist gar nicht so einfach, beim Blick auf das eigene Greifwerkzeug ins Jubilieren zu geraten. Wie anders aber ist es, wenn ich mir bewusst werde, was mir meine Hand sonst ermöglicht: zu grüßen, zu fühlen, zu arbeiten: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin... das erkennt meine Seele.“ (Psalm 139, 14)

Was für unsere Hände gilt, gilt für uns als ganzer Mensch. Ich hatte in den letzten Wochen auch Zeit, durch Stellichte zur Obermühle zu fahren und später dann am „Lintelner Krug“ vorbei. Da fielen sie mir ins Auge, die vier, die mit sich und ihrem Leben so traurig waren und sich weit weg träumten. Sie waren nicht alle als begnadete Sänger geboren. Mussten mit Händen und Füßen echt hart arbeiten. Bis andere sagten, dass man sie nun „freistelle“ von der Arbeit. Da fühlten sie sich wertlos, als ihre Pfoten nicht mehr gebraucht wurden. Sie alle sangen gerne – und was noch entscheidender ist: als sie sich gefunden hatten, da ergänzten sie sich so fein, dass sie zusammen das Leben neu fanden. „Wunderbar sind deine Werke, Gott!“

Wir brauchen einander, so anstrengend wir füreinander auch sind. Beides können wir nach den letzten Monaten wohl gut nachvollziehen, denke ich. Wir brauchen einander, um zu spüren, dass wir je für uns eigenartig feine Menschen sind. Es ist kein Zufall, dass der Beter des 139. Psalm erst auf sich und dann um sich  herumschaut, um schließlich bei der eigenen Seele Ruhe zu finden. Er oder sie hat es erfahren – und die Bremer Stadtmusikanten haben es je für sich wohl auch
gemerkt, spätestens beim Räuberhaus in Horst: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind [alle] deine Werke; [ich bin Leben inmitten von Leben, wunderbar!] das erkennt meine Seele“ (Psalm 139, 14).

Ihr und Euer Pastor Matthias Wilke

 

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So. 31.05.20
Pfingsten auf plattdeutsch
Bernd Luttmann
Pfingsten auf plattdeutsch

Text aus der Bibel zu Pfingsten

„Ik heff jo dat nicht von Anfang an seggt. Ick wöör ja bi jo. Man nu gah ik weg nah Em, de mi schickt hett, un  keenein von jo fraagt mi: Wo geihst du hen?

Nee, nu wo ik jo dat vertellt heff, is jon Hart vull von Truer. Man ik segg jo de Wohrheit: Jo kummt dat togood, dat ik weggah. Ja, wenn ik nich weggah, kummt he, de jo Moot maakt, nich nah jo hen. Wenn ik hengah, schick ik em nah jo her. Un de kummt, un de seggt de Welt scharp Bescheed: Wat se verkehrt maaken deit, wat Gerchtigkeit utmaakt, un von dat lest Urdeel.

Wat Is verkehrt an de Welt? – Se glöövt doch nicht an mi!

Wat maakt Gerechtigkeit ut? – Ik gah nah`n Vader hen, un ji seht mi nich mehr.

Von dat lest Urdeel? – De Düsse Welt regiert, hett sein Urdeel al weg.

Noch mehr heff ik jo to seggen, man ji könnt dat nu nich bören. Wenn he denn kummt, de Geist mit sein Wohrheit, de bringt jo in de vulle Wohrheit up‘n Weg. He vertellt nich von sik, nee, wat he höört, dat vertellt he, un wat kommen deit, seggt he jo an. De bringt mi to Ehren. He nimmt je von mien Eegen uns seggt jo dat an.

All`s, wat de Vater hett, is mien. Dorvon heff ik seggt: He nimmt von mien Eegen uns seggt jo dat an.

(aus: Johannisevangelium 16,4b-15  nach Plattdüütsch Lektionar)

Gebet

Herr mein Gott wir danken dir für all unsere Freunde, die du uns geschenkt hast.

Man kann sich immer auf sie verlassen und sie auf uns.

Auch wenn ich mich fürchte meine Freunde zu verlieren, weiß ich, dass du immer bei mir bist.

Lieber Gott wir danken dir. Amen

Herr, ick bitt di....

….hol din Hannen öber all dei in de Welt, dei in Not sünd.

An dien Hatten leggt wie de Minschen, de Gewalt beläben an Leib un Seel un dei, dei Bang hebbt  för den nächsten Daag, maak sei frei von Angst un Twiefel.

…. för dei Mächtigen up düsse Welt, lat sei de richtigen Entscheidungen finnen.

…. stah ok an use Sied, kumm tau al dei, dei alleen sünd, dei den Anschluss nicht mehr finnen un dei sick ok nich truen, einen neien Anfang tau maaken.

.… för use Kark un use Gemeein.

In der Stille denken wir an alle, mit denen wir heute nicht zusammen sein können.

Uns' Vader in'n Himmel,

laat hillig warden dien Naam, laat kaamen dien Riek.

Wat du wullt, schall warden in’n Himmel un up de Eer.

Giff uns Broot dissen Dag un reken uns nicht to, wat wi unrecht daan hebbt, so as wie nich toreken willt, wat uns andaan is.

Laat uns nich afkaamen von dien Recht, un maak uns free von all, wat uns drift.

Du wullt dat, du kannst dat, du deist dat ok.  AMEN

 

 

Das Bild rechts: Strandaltar am Hemmelsdorfer See.

Ein Bild der Ruhe und der Erwartungen. Bevor wir gleich  hier unser Tauffest mit den Konfirmanden feiern, genießen wir  noch ein paar Minuten die Stille und lassen den Geist Gottes auf uns wirken. Lasst uns auch in diesen Tagen spüren, dass der Geist unseres Vaters unter uns ist.

Bernd Luttmann

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So. 24.05.20
Wann reißt der Himmel auf?
Amely Lißner
Wann reißt der Himmel auf?

Wann reißt der Himmel auf?

 

„Wann reißt der Himmel auf, auch für mich?“ fragt die Gruppe Silbermond und hat verschiedene Leute interviewt, was für sie eigentlich Glück sei.

„Wenn die Sonne scheint“, war eine Antwort, oder: 

„Wenn ich mit meiner Familie zusammen sein kann“,

„Sechs Richtige im Lotto“, „Wenn ich den Führerschein bestehe“,

„Wenn jemand mich liebt“ –

ganz unterschiedliche Antworten haben die Leute gegeben. Manche klingen zufrieden: Sie scheinen ihr Glück bereits gefunden zu haben.

 

Bei anderen klingt Sehnsucht mit nach etwas, das ihnen momentan fehlt.

Vielleicht haben ja andere in meiner Umgebung das, was ich mir wünsche: einen richtig guten Freund oder genügend Geld. Vielleicht lebt jemand mit seiner Familie zusammen, eine andere lebt allein und ihr fällt zur Zeit die Decke auf den Kopf. Vielleicht geht es anderen besser als mir, obwohl sie oft richtig fies sind. Die eine ist fleißig und hat die Prüfung nicht geschafft. Ein anderer schummelt und kommt durch. Fair ist das nicht.

 

Da kann man nicht nur neidisch werden, sondern auch bitter. So jedenfalls geht es Asaf. Asaf sieht sich in der Welt um und es geht ihm an die Nieren. Aber irgendwann bekommt er eine andere Sicht auf das Leben und auf das, was wirklich zählt.

 

Asaf entdeckt, dass er schon den besten Freund an seiner Seite hat: „Du hältst mich an meiner rechten Hand.“ Asaf merkt, dass Gott ihn begleitet und lässt sich von ihm führen; er nimmt Gottes Rat an, orientiert sich an ihm. Lachend sagt er: „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“(Psalm 73). Für Asaf ist der Himmel offen. Das wünsche ich auch euch und Ihnen in diesem Frühjahr 2020!

 

Amely Lißner

 

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Sa. 02.05.20
“Der Herr ist mein Hirte”
Bernd Luttmann
“Der Herr ist mein Hirte”

An unserer Kirchentür hängen jede Woche kleine Tüten mit einer  Andacht die mich immer wieder erfreuen, am letzten Sonntag ging es um den Psalm 23. Der Herr ist mein Hirte, auch in der sogenannten „Corona-Zeit“? Diese Worte sind ein echter Evergreen. Für Generationen von Christen ist Psalm 23 einer der wichtigsten Texte. Und das sicher nicht ohne Grund. Wie Schafe eines Hirten dürfen die Menschen sich bei Gott behütet, beschützt und bewahrt wissen. Wie gehe ich in dieser Zeit mit diesem Psalm um? Wir leben alle mit Einschränkungen, die größte Einschränkung für mich ist, auf die sozialen Kontakte zu verzichten, das miteinander, die Freude aber auch die Trauer zu teilen.  Der Mai ist ein Monat, in dem die Pflanzen und Bäume uns mit frischem Grün erfreuen, in dem ich sonst mit der Familie und Freunden in der Natur spazieren gehe, oder auf verschiedenen Veranstaltungen ausgiebig feiere, vieles ist zurzeit nicht möglich. Ich glaube gerade in dieser Zeit gibt der Psalm mir ein Bild voller Trost und Geborgenheit. Kein Wunder also, dass das, was der Psalm ausdrückt, nicht nur mich, sondern viele Menschen anspricht. Wenn man Psalm 23 hört, dann entsteht im Kopf ein idyllisches Bild: Viele Schafe, die sich einträchtig und friedlich blökend auf einer grünen Wiese verteilen und sich unter den gütigen Augen des Hirten die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Was für ein schönes Bild im Kopf? Ich werde bei meinem nächsten Spaziergang mehr die Augen aufmachen, um die schöne frische Natur zu genießen, denn wie es im Psalm 23 steht: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

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So. 19.04.20
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit
Rolf Hirte
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit

Vorsicht ist geboten! Es könnte auch mich treffen. Besser zu Hause bleiben. Angst ist da und die bange Frage: “Wann werden sich die Zeiten wieder bessern?“ Ich glaube viele von uns wissen wie sich das anfühlt, was ich da gerade beschrieben habe.

So oder ähnlich – denke ich – werden sich damals vor 2000 Jahren die Menschen in Jerusalem gefühlt haben, die Jesus gefolgt waren. Er, auf den sie große Hoffnungen gesetzt hatten, war hingerichtet worden. Und nun hatten seine Anhänger Angst, dass Ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte.

Doch ab dem dritten Tag nach seiner Kreuzigung verbreitet sich die Nachricht, dass der Gekreuzigte wieder da sei, dass er lebe, dass er auferstanden sei. Und die Anhänger und Freunde Jesu fangen an seine Botschaft von dem menschenfreundlichen Gott weiterzusagen.

Deshalb können wir heute den uns liebenden Gott als Vater anreden, deshalb feiern wir auch hier bei uns Ostern; auch wenn es dieses Jahr anders war als sonst, manches fehlte.

Doch das Wichtigste, weshalb wir ja überhaupt Ostern feiern, hat ja stattgefunden: Die Osterbotschaft, dass das Leben über den Tod siegt, ist ja weitergetragen worden:

Ich sehe viel Gutes, was in dieser für viele so beklemmenden Zeit ja auch geschieht: Menschen achten auf einander, helfen gerade den Schwächsten, verzichten auf manches, was ihnen Spaß macht, damit die, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, bessere Chancen haben, diese Krise zu überstehen. Großartig!

Für mich sind das Dinge, die mich in meinem Glauben stärken: Gott lässt das, was Leben fördert, triumphieren über das, was Leben einschränkt und kaputtmacht.

 

Gott geleite Sie durch diese Zeit,

Pastor Rolf Hirte

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Rolf Hirte

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Mo. 23.03.20
Und danach?
Dietmar Meyer
Und danach?

Und wenn es dann alles überwunden ist - die Krise Schnee von gestern ist, die Gestorbenen begraben und der Schreck und erste Schmerz überwunden, wenn meine Abwehrkräfte gereicht haben und die der meisten anderen auch, wenn die kraftvollen Entscheidungen der Politik sich als richtig herausgestellt haben und die Medizin tolle Leistungen vollbracht hat, wenn vielleicht sogar ein Mittel gefunden ist, das hilft und geholfen hat, dann  - ja, was dann?

Weiter wie früher – zurück ins alte oder weiter im neuen Leben?

Das Leben steht still, sagen viele. Aber steht das Leben jetzt wirklich still oder kommt es überhaupt jetzt erst richtig in Gang, jetzt, wo alles still wird? 

Ruhe. Aufhören zu meinen, dass man immer tun muss. Und unterwegs sein muss. Und feiern muss. Und konsumieren muss. Aufhören damit. Ruhe. Das muss man auch aushalten lernen.

Will ich, wenn alles vorbei ist, wirklich wieder die übervolle Bundesstraße wochentags zurück,  Autos, LKWs dicht an dicht, so dass man ohne Ampel nicht herüber kommt? Will ich wieder im Stau stehen? Will ich wirklich wieder unzählige Flugzeuge über mir in der Luft? Will ich wirklich wieder das alte Gefühl zurück, immer hinterherzuhängen und nicht nachzukommen? Will ich wirklich wieder so viel verbrauchen und haben wie früher?  Will ich wirklich wieder die Sorge zurück, etwas Wichtiges zu verpassen und auf jeder Feier dabei sein? Will ich wirklich wieder den vollen Terminkalender zurück, an dem ich meine Bedeutung ablese?

Jetzt wird enttarnt, was Schaum war und auch, was Substanz hat. Und es war viel Schaum. Und eines steht fest: Schaumschlagen ist äußerst anstrengend - gewesen. Man braucht weniger, viel weniger zum Leben, als man meint. Und es zeigt sich ganz nebenbei, dass die Erde tatsächlich aufatmet, die Luft sauber wird, das Meer klar, weil jetzt nur noch das Wichtige zählt und getan wird?.

Dietmar Meyer

 

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Dietmar Meyer

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So. 15.03.20
Blickwechsel
Ralf Altebockwinkel
Blickwechsel

Corona! Darüber musst du jetzt schreiben. Nein. Sind nicht eigentlich die Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze ein viel wichtigeres Thema? Beides erhitzt doch gerade die Gemüter und setzt starke Emotionen, auch Ängste frei. Und auch Kirche hat dazu was zu sagen, oder? Worüber, Jesus, soll ich schreiben?

„Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Ernsthaft, Jesus? Über Vögel soll ich schreiben? Na gut. Wenn du meinst… Vögel. Haben Sie es schon gemerkt? Sie sind wieder da. Die vielen Singvögel, die frühmorgens ihr Konzert anstimmen. Die sich des Lebens freuen und voller Leichtigkeit ihrem Tagewerk nachgehen. Futtersuche, Partnersuche, Nestbau… es gibt immer etwas Sinnvolles zu tun. Nur eines, das können Vögel nicht: sich sorgen um Morgen.

Tut irgendwie gut. Danke, Jesus. Danke für den Blickwechsel. Weg von meinen Sorgen, hin zur Leichtigkeit der Vögel. Wie befreiend! Befreiend, weil ich endlich wieder sehe, was gerade wunderbares um mich herum passiert: Der Frühling ist wieder da! Befreiend, weil ich doch auch so viel Sinnvolles tun kann: regelmäßig Händewaschen, meinen syrischen Nachbarn zum Teetrinken einladen, meinen Dauerauftrag bei „Ärzte ohne Grenzen“ aufstocken…

Mein Leben wird sich dadurch nicht verlängern, aber es gibt vieles, was ich heute tun kann, anstatt mich um Morgen zu sorgen.

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Fr. 13.03.20
Was Ostern aus uns macht
Ralf Altebockwinkel
Was Ostern aus uns macht

Was Ostern aus uns macht

„Aber wir haben doch gar nicht Ostern“, protestiert die junge Dame aus der Familienkirche. Stimmt. Ostern ist noch lange nicht, und trotzdem: Diese große Kerze heißt nun mal so: „Osterkerze“. Und die brennt nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über, immer wenn wir Gottesdienst feiern.

Als Jugendlicher hatte mich schonmal ähnliche Verwunderung ergriffen, als ich eine Woche in der französischen Kommunität Taizé verbrachte. „Hier feiern wir jeden Sonntag Ostern“, erzählte uns einer der Brüder fröhlich – und in der Tat: jeden Sonntag feiern die Menschen in Taizé die Auferstehung Jesu mit Kerzen, die mit dem Feuer der Osterkerze nach und nach entzündet werden und dann die ganze Kirche mit Wärme und Licht erfüllen.

Wer genau hinschaut, der sieht auch bei uns, was in Taizé offensichtlich ist: Ostern begleitet uns Christen das ganze Jahr über. Immer wieder gibt es kleine Erinnerungen daran: neben der Osterkerze auch das „Auferstehung der Toten“ im Glaubensbekenntnis oder der österliche Halleluja Gesang nach den Lesungen. All diese Ostererinnerungen haben ein Ziel: Ostern soll uns auch innerlich, an jedem Tag des Jahres, ein treuer Begleiter werden. Ostern ist viel mehr als nur ein weiterer Feiertag im Kalender: Es hat die Kraft, unser Leben zu verändern.

Die Frage unseres aktuellen Gemeindebriefs lautet: „Was macht Ostern aus?“ Ich möchte diese Frage noch um ein Wörtchen erweitern: „Was macht Ostern aus uns?“ Ostern will aus uns österliche Menschen machen! Menschen, die auch bei Rückschlägen einen Halt haben, weil sie an Auferstehung glauben – am Ende des Lebens und schon mitten drin. Die voller Gewissheit sagen können: so wie auf Karfreitag Ostersonntag folgt, so folgt auf den Tod die Auferstehung, auf das Scheitern das Gelingen, auf Trauer Freude – und auf schwarz-weiß folgt bunt.

Du sagst: „Meine Situation wird sich eh nicht verändern.“ – Ostern spricht dir zu: „Es gibt Dinge, die du ändern kannst, denn Gott ist bei dir!“ Du sagst: „Mit diesem  Menschen werde ich immer in Feindschaft sein.“ – Ostern spricht dir zu: „Gott hat dir vergeben – vergib doch auch du!“ Du sagst: „Gefangen in meiner Trauer werde ich keine Freude mehr haben.“ – Ostern spricht dir zu: „Wir haben einen Gott, der die Tränen trocknet und die Gefangenen befreit!“

Möge Ostern aus uns Menschen machen, die entgegen allem Dunklen hoffen und vertrauen. Zu österlichen Menschen, die sich nicht nur am Osterfest an der Auferstehung Jesu freuen, sondern deren ganzes Leben getragen ist von der Hoffnung auf Auferstehung.

Pastor Ralf Altebockwinkel

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So. 16.02.20
Im Licht gehen
Alexa Wilke
Im Licht gehen

Wann ist es endlich richtig hell? Eine echte Februarfrage. Tag um Tag wird es heller – und doch – es fehlt noch eine Menge bis zum Wohlbefinden. Einer erzählt: „Mir ist neulich was aufgefallen. Beim Autofahren. Vor mir das Auto – da hat das linke Rücklicht nicht funktioniert. Als er abgebogen ist, bin ich hinterher. Ich hab ihm das gesagt mit dem Rücklicht. Der hat sich ganz nett bedankt. Dann fahre ich weiter und keine fünf Minuten später schon wieder: Diesmal hat der vor mir seine Nebelschlussleuchte an. Das war vielleicht anstrengend, der hat so geblendet. Ich war total froh, als ich die Ausfahrt nehmen konnte und nicht mehr in dieses grelle Licht reinschauen musste.“ Der Freund hält inne: „Ich habe da nachher noch drüber nachgedacht. Die anderen Lichter waren alle heile. Also das andere Rücklicht, Bremslicht und Blinker – aber ich habe die ganze Zeit nur auf das dunkle und auf das zu grelle Licht gestarrt.“

Licht. Hier zu wenig. Da zu viel. Nicht nur beim Autofahren. „Nicht wirklich helle“, sagt einer über einen und zuckt grinsend die Schultern. „Immer nur GlitzerGlitzerblingbling“, ahmt eine genervt die Bekannte nach, die ihr irgendwie zu grell ist. Und – wieviel Licht sehe ich? Hier zu wenig, zu leise, zu langsam. Da zu schrill, zu laut, zu viel. Wirklich. Oder? Wenn es mit uns ist, wie mit den Autos? Also, dass ich immer nur auf die kaputten Lichter schaue und den Rest komplett aus dem Blick verliere? Wann ist es eigentlich richtig hell? Wenn einer das gute Licht erkennt, das auch da ist neben dem kaputten Rücklicht und hinter dem grellen Strahler. Vielleicht ist ja das gemeint, wenn Jesaja sagt, „lasst uns im Licht wandeln“ (Jesaja 2,5)?

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Alexa Wilke

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Mo. 03.02.20
Die Zeit läuft
Haike Gleede
Die Zeit läuft

„Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ – sagt ein Sprichwort oder auch:

„Der Mensch dachte und Gott lachte.“

Das neue Jahr läuft. Die Planungen auch. Der Terminkalender füllt sich.

Der Januar ist schon vorbei. Der zweite Monat geht seinen Gang. Die Zeit läuft.

An vielen Stellen zeichnen sich Veränderungen ab. Umbrüche, Abbrüche und Aufbrüche wecken uns aus dem normalen Trott.

Aber mancher Umbruch fällt schwer – Altes, Vertrautes zurückzulassen, das ist nicht so einfach. Da blickt mancher doch wehmütig zurück auf jahrzehntelanges Engagement. Und nun ist keiner da, der diese Arbeit weiterführt.

Gut, wer dankbar zurückblickt und loslassen kann.

Nichts bleibt wie es ist. Alles hat seine Zeit. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue und zeigt ungeahnte Wege.

Andere freuen sich auf die anstehende Veränderung. Nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung anfangen, studieren, das Leben selbst in die Hand nehmen. Das ist spannend. Wohin wird der Weg führen?

Noch ist das Jahr jung. Wer weiß, was es noch bringen wird.

In der Bibel steht ein weiser Spruch, den ich mir zu Herzen nehme:

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16, 9)

Das macht mir Mut. Es erinnert mich daran, dass ich nicht allein darüber entscheide, wie mein Leben weitergeht. Gott hat auch einen Plan für mich und einen Weg, den ich noch nicht kenne. Er verspricht zwar nicht, dass der Weg immer leicht zu begehen ist, aber er wird mich begleiten.

Und manchmal lohnt es sich, mal in sich zu gehen, auf Gottes Stimme zu lauschen und zu hören, wo er mich haben will.

 

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Fr. 27.12.19
Ich glaube, hilf meinem Unglauben
Dr. Hans Christian B…
Ich glaube, hilf meinem Unglauben

„Manchmal kann ich einfach nicht mehr glauben.“ Die Frau hat mir ihre Geschichte erzählt: Eine familiäre Krise. Dazu die Krebsdiagnose und die lange Therapie. Das hat zunehmend auch ihren Glauben, der ihr früher selbstverständlich war, in Frage gestellt. Jetzt sagt sie: „Manchmal kann ich einfach nicht mehr glauben.“ Lange reden wir über Glauben und Unglauben. Und darüber, dass beide zusammengehören.

Das Gespräch geht mir nach. Mir wird klar: Auch bei mir steht das Haus des Unglaubens nicht weit von der Kirche des Glaubens. Als aufgeklärter Mensch kenne ich immer auch den Gedanken, dass Gott nicht sein könnte, dass der Glaube in die Irre geht, dass ich bete, und keiner hört mich.

Diese Erfahrung ist nicht neu, es gibt sie nicht nur in der Moderne. Auch die Bibel kennt viele Beispiele für die Nachbarschaft von Glaube und Unglaube. Ein eindrückliches Beispiel  dafür ist die Jahreslosung  2020. Einen verzweifelten Ruf hören wir mit diesem Satz. Es ist der Schrei eines Vaters, der sein krankes Kind zu Jesus bringt. Dieses Kind ist seit seiner Geburt von einem „sprachlosen und tauben Geist“ befallen, es leidet wohl an Epilepsie. Lebensgefährdend. Der Vater bittet Jesus verzweifelt um Hilfe. Und schreit schließlich diesen Satz heraus: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Bei der Frage von Glaube und Unglaube geht es nicht um eine interessante Diskussion, um den intellektuellen Austausch von Argumenten. Es geht um die Frage, worauf ich mich verlassen kann im Leben, wenn es ernst wird, wo es Hilfe und Halt gibt in höchster Not.

Das beeindruckende an der Geschichte aus dem Markus-Evangelium, die vom Kampf des Vaters um sein Kind erzählt: Dieser Vater resigniert nicht. Er kämpft. Er bleibt dran. So wenig der Vater seinen Unglauben einfach durch seinen Glauben abschütteln kann, so wenig lässt er seinen Unglauben über seinen Glauben triumphieren. Und am Ende erfährt er Hilfe, indem Jesus sein Kind heilt.

Glaube und Unglaube sind immer nah beieinander. Menschen funktionieren nicht digital: 1 oder 0, ein oder aus. Auch der Glaube nicht. Glaube ist kein Besitz, den wir einmal erworben haben und der uns dann gehört. Glaube ist lebendig und daher Prüfungen und Anfechtungen unterworfen.

Der Glaube muss immer wieder errungen werden. Oder besser: Er muss immer wieder geschenkt werden. Unser Losungswort ist ja auch ein Gebet: „Hilf mir“. Und der Vater erfährt Hilfe. Darauf dürfen wir vertrauen: Wir stehen mit unserem Glauben und mit unserem Unglauben in Gottes Hand. Und dem Glauben gilt eine große Verheißung: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“, sagt Jesus zu dem Vater.

Ja, auch ich kenne den Zweifel. Aber in mir ist doch immer wieder das Gefühl stärker: Nein, ich traue der Bibel. Ich traue dem lebendigen Gott. Ich setze bewusst auf diese Karte. Und: Wir sind nicht ohne Hilfe, wenn es mal schwer wird zu glauben. Wir sind auch nicht allein. Wir brauchen die christliche Gemeinschaft, um zu glauben. Und manchmal muss auch der eine für den anderen glauben, wenn jemand es gerade nicht selbst kann.

Ein neues Kirchenlied sagt: „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr, fremd wie dein Name sind mir deine Wege … Ich möchte glauben, komm du mir entgegen.“ (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 382). „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Ich wünsche Ihnen, dass Gott Ihnen im Jahr 2020 auf Ihren Wegen entgegenkommt. Und dass Sie immer wieder gute Erfahrungen des Glaubens machen.

Ihr

Dr. Hans Christian Brandy, Landessuperintendent

 

 

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Dr. Hans Christian Brandy

Hans Christian
Brandy
Landessuperintendent - Sprengel Stade
Teichstraße 39
21680
Stade
Tel.: 
(04141) 62121
So. 24.11.19
Bei Glühwein und Bratwurst
Florian Hemme
Bei Glühwein und Bratwurst

Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst den Glauben leben. Wie bitte? Wie soll das denn funktionieren? Auf den ersten Blick ist das Essen von Gegrilltem keine besonders christliche Handlung. Essen muss jeder, trinken auch. Als Christenmenschen können wir die Nahrungsaufnahme nutzen, um unseren Glauben zu leben. Bei Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst. Dafür eignet sich die kalte Jahreszeit besonders gut.

Ein befreundetes Ehepaar von mir lädt einmal im Winter Menschen zu sich nach Hause ein. Die meisten sind davon um die dreißig Jahre alt. Manche haben bereits kleine Kinder. Alle sind willkommen, egal wie alt. Die Ehefrau sorgt dafür, dass viele Kerzen, Licht in das Dunkel des Abends bringen. Ihr Ehemann kümmert sich um den Grill, die Getränke und den Feuerkorb. Wer möchte, bringt etwas mit. Selbstgebackenen Kuchen, Kekse oder Pralinen. Das friedliche Beisammensein steht im Vordergrund.

Meinen Freunden ist besonders daran gelegen, Menschen einzuladen, die in diesem Jahr einen Angehörigen verloren haben. Menschen, denen die kalte und dunkle Jahreszeit durch den Verlust eines geliebten Angehörigen besonders schwerfällt. Das Ehepaar möchte für andere Menschen christliche Gemeinschaft stiften. Eine christliche Gemeinschaft, in der man die Sorgen am Feuerkorb teilen kann und sich gegenseitig für den Alltag ermutigt.

Sie lassen sich dabei von einem wichtigen Satz leiten, den unser Herr Jesus Christus uns gesagt hat: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Durch Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst können auch Sie Ihren Glauben leben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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Florian Hemme

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Florian
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Do. 31.10.19
Tempolimit?
Haike Gleede
Tempolimit?

Der deutsche Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf den Autobahnen ausgesprochen. Deutschland bleibt das einzige EU-Land, in dem es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Jeder fährt so schnell er will und kann. Verkehrssicherheit und Klimaschutz scheinen für die Befürworter kein Argument zu sein.

Für mich ist diese Entscheidung gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein Spiegel unserer Gesellschaft. Viele Menschen stehen unter Druck. Immer schneller, immer effizienter soll es gehen. So schnell wie möglich das Ziel erreichen, scheint lebenswichtig zu sein. Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich risikoreiche Überholmanöver beobachte oder mir ein Drängler dicht hinten auffährt, weil ihm 140km/h noch nicht schnell genug ist auf der Überholspur. Wie viel Lebensenergie kostet das!

Gleichzeitig klagen viele: Die Zeit geht so schnell vorbei. Wo ist sie nur geblieben? „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ schreibt George Orwell George (1903-1950).

Lebenszeit ist begrenzt, aber wer sie sparen will, gewinnt nichts. Durch rastloses Eilen holen wir die Zeit nicht ein.

Die Frage ist doch: Wie fülle ich meine Lebenszeit und welche Spuren hinterlasse ich auf dieser Erde – nur eine Staubwolke oder ein freundliches Lächeln. Mit der Zeit gehen, jeden Moment bewusst wahrnehmen und jeden Schritt achtsam setzen, das bringt mich an das Ziel, das Gott für mich bereitet hat. In der Bibel heißt es:

Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe.“ 2. Mose 23, 20

Geben wir unserem Engel eine Chance!

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Haike Gleede

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Haike
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Pastorin
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27367
Horstedt
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(04288) 320
So. 15.09.19
Ja!
Dr. Matthias Wilke
Ja!

„Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ „Warte, Schwester, ich kann doch nicht einfach so tanzen mit dir. Ich muss doch zuerst noch meine Kinder, meinen Garten, meine alten Eltern, meine Arbeit…“

„Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich' ich dir!“ „Ja, das ist lieb, Schwesterchen, aber du weißt doch, wie viel bei mir gerade los ist. Ich kann nun wirklich nicht einfach so wie früher, so unbeschwert, das geht nicht…, ich muss doch…“.

Nehmen wir einfach mal an, wir könnten. Nehmen wir einmal an, wir bekommen einen Nachmittag einfach so geschenkt: Arbeit fällt aus oder es gibt auf einmal keine Aufgaben zu Hause. Nehmen wir einfach mal an, mein Arzttermin hat sich erledigt, weil alles wieder gut ist. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten Zeit uns umzuschauen, die anderen da neben uns mit Ruhe zu sehen – würden wir dann nicht …?

„Brüderchen, komm, tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer“ – und dann wirbelt der eine „plumps!“ auf den Po und die andere hilft ihm wieder auf. Was uns bei Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das tut es bei uns Erwachsenen doch in ernsterer Weise auch. Wenn einer dem anderen die Hände reicht, nach dem Tanze, um gut nach Hause zu kommen, oder auf dem Weg zum Friedhof zwei sich stützen. Es ist ein Stück Glück, wenn wir sehen und erleben, dass Aufmerksamkeit und Liebe uns beflügeln, mal im Lachen, mal im Weinen. „Ich sage euch:“, sagte einmal ein König, das Matthäus-Evangelium schreibt es im 25. Kapitel, „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering gewesen -, das habt ihr für mich getan.“ Die unersetzbare Schönheit geteilten Lebens!

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Dr. Matthias Wilke

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